» Vögel
Es ist schon unglaublich, was die Welt der Tiere alles Verrücktes zu bieten hat. Kürzlich berichtete ich erst über die skatende Bulldogge Tyson, doch heute habe ich etwas fast noch außergewöhnlicheres für euch und dies auch noch in großer Anzahl: Tanzende Kakadus. Als ich das erste mal ein solches Exemplar sah, war ich total verblüfft und machte mich sofort an die Recherche nach weiteren. Das Ergebnis ist überwältigend: Es scheint regelrecht zu wimmeln vor tanzenden und singenden Vögeln. Keine Frage also – Bühne frei für die musikalischsten Vertreter des Tierreichs.
Der meiner Meinung nach eindrucksvollste Tänzer ist der folgende Vogel, der gekonnt zu den Backstreet Boys tanzt. Da kann sich tatsächlich noch so mancher DJ eine Scheibe abschneiden. Ob er wohl Tanzkurse anbietet?
Ebenfalls sehr verrückt finde in den head-bangenden Kakadu im folgenden Video. Das Video beginnt mit einem lockeren Beat zu Flipside, danach fängt es jedoch erst richtig an mit Heavy-Metal vom Feinsten. Ein bisschen krank sieht das ganze ja schon aus – Der Ersteller des Videos beteuert allerdings, dass sein Vogel durchweg gesund sei.
Als letztes möchte ich euch noch eine kleine Jumpstyle-Einlage zeigen – performed natürlich von einem Papagei. Da kann ich nur sagen: Bühne frei für DJ Papagei!
Nymphensittiche werden oft als anspruchslose Anfängervögel mit kinderleicht zu managender Haltung angesehen. Doch weit gefehlt: Möchte man seinen kleinen Lieblingen eine durchweg artgerechte Haltung bieten, gibt es viele Dinge zu beachten, die bei Missachtung zu Verhaltensstörungen und Selbstverstümmelung der Vögel führen können.
Die goldene Regel bei der Nymphensittichhaltung lautet: Niemals einen Nymphie alleine in einem Käfig halten! Die auffällig schönen Vögel leben in der Natur in großen Schwärmen und haben ein hohes Sozialempfinden. Ein Paar aus Hahn und Henne sollte es also mindestens sein, wobei größere Vogelgruppen stets vorzuziehen sind, allerdings sollte dann wenn möglich von beiden Geschlechtern die gleiche Anzahl an Vögeln vorhanden sein. Oft im Tierfachhandel angebotene Spiegel können keinen Sozialpartner ersetzen und gelten als tierschutzwidrig.
Die zweite, jedoch ebenso wichtige Regel ist die des Platzbedarfs. Hält man seine Vögel in der Wohnung, reicht eine Voliere mit den Maßen 2x2x1 Meter, allerdings benötigen die Nymphies unter solchen Bedingungen mehrstündigen, täglichen Freiflug. Dabei ist es wichtig, den sogenannten Vogelraum ungefährlich einzurichten. Giftige Pflanzen, offene Steckdosen und Kabel sowie splitternde Plastikgegenstände sind tabu! Ebenfalls zu meiden sind versteckte, dunkle Zwischenräume, da die Vögel sich dort gerne zur Brut niederlassen.
Bei Haltung in einer Außenvoliere ist kein Freiflug von Nöten, allerdings muss die Voliere dort umso größer sein, also die Maße eines kleinen Zimmers aufweisen. Auch hier gilt: Länge und Breite sind wichtiger als die Höhe. Die Voliere sollte abwechslungsreich gestaltet sein, wobei ungiftige Naturmaterialien bei der Käfiggestaltung Plastikgegenständen vorzuziehen sind.
Artgerecht gehaltene Nymphensittiche singen viel und gerne, rupfen sich in der Regel nicht und verstehen sich gut mit ihrem Partner. Und glückliche Tiere sind ja bekanntlich immer die besten Haustiere. [...mehr]
In einem älteren Artikel berichteten wir bereits über die Möglichkeiten, dem Wellensittich das Sprechen beizubringen. Vielen Haltern genügt das aber nicht, sie wollen ihren kleinen Liebling handzahm wie ein Schoßhündchen machen. Wellensittiche werden zwar nie zum Kuschelersatz, aber ein zutraulicher Wellensittich der einem ohne Zögern auf die Hand fliegt, ist auch schon sehr beliebt. Hierzu ist allerdings viel Geduld und Fürsorge von Nöten.
Möchte man seinen Wellensittich dressieren, gilt nach wie vor folgende Regel: Hektische Bewegungen müssen unter allen Umständen vermieden werden! Sie verängstigen den Vogel nur unnötig und erschweren die Handzähmung erheblich.
Beginnen sollte man die Dressur mit folgender Übung: Öffnen Sie die Käfigtür und schieben Sie langsam Ihre ausgestreckte Hand mit dem Handrücken nach oben frontal auf den Wellensittich zu. Bei den ersten Versuchen wird er mit großer Wahrscheinlichkeit in Panik verfallen. Dann sollte man seine Hand genauso langsam wieder hinausziehen, den Käfig verschließen und warten, bis der Vogel sich beruhigt hat. Nach mehreren Anläufen, die sich unter Umständen über mehrere Tage bis Wochen hinziehen können, wird der Wellensittich es zulassen, dass Sie mit der Handkante vorsichtig über den Unterbauch streicheln. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis er sich vorsichtig auf die Finger setzt. Am Anfang wird er sich noch krampfhaft festkrallen und bei der kleinsten Bewegung wieder abhauen, mit der Zeit sollte er jedoch immer zutraulicher werden.
Der nächste Schritt ist die Dressur im Raum. Dabei ist es wichtig, einen großen Raum zur Verfügung zu haben, der sich komplett verschließen lässt und dem Vogel möglichst wenig Verstecke bietet. Hier kann man den Wellensittich frei fliegen lassen. Ziel ist es nun, den Vogel dazu zu bringen, sich freiwillig auf Ihren ausgestreckten Finger zu setzen. Anlocken kann man ihn in der Regel ganz gut mit Leckerlis auf dem Handrücken, aber auch mit diesem Hilfsmittel kann sich die Dressur sehr in die Länge ziehen. Irgendwann, unter Umständen erst nach Jahren, wird der Wellensittich schließlich freiwillig zu Ihnen kommen und treu an Ihrer Seite harren.
All diese Tipps funktionieren aber nicht bei allen Wellensittichen. Manche Vögel sind von Charakter aus zu ängstlich zum Dressieren, andere wiederum werden in wenigen Tagen handzahm. In jedem Fall braucht man viel Geduld und Verständniss für den Wellensittich. [...mehr]
Für viele Berufstätige sind das hohe Aufmerksamkeitsbedürfnis sowie der hohe Lärmpegel eine gewichtige Hemmschwelle zur Anschaffung eines Wellensittichs. Dabei gibt es auch in Deutschland schon lange eine gute Alternative zum klassischen Wellensittich: sogenannte Bourkesittiche.
Vom Aussehen her gleicht der Bourkesittich dem Wellensittich enorm, weswegen er selbst von gewieften Vogelkennern oft für einen roten Wellensittich gehalten wird. Die Größe der beiden Vögel ist in der Tat identisch, allerdings fällt der Schnabel beim Bourkesittich nicht so stumpf nach unten. Die Bauchfarbe ist bei männchen rot, läuft bei Weibchen jedoch mehr in ein bleiches Rosa.
Aber nun zu den eigentlichen Vorteilen der Bourkesittiche: Während der Wellensittich mit der Zeit schnell sehr laut und aufdringlich werden kann, gibt der Bourkesittich lediglich ein leises, angenehmes Zwitschern von sich. Außerdem ist er sehr zutraulich: Man kann sich ihm vergleichsweise dicht nähern, ohne dass er Anstalten zur Flucht macht. Oft sitzt er gemütlich am Boden und lässt sich von nichts stören, worin jedoch gleichzeitig sein Nachteil liegt: Er ist somit ein gefundenes Fressen für eventuelle Katzen oder andere natürliche Feinde.
Bourkesittiche sind ähnlich wie Wellensittiche Gesellschaftstiere und werden ungern
alleine gehalten. Man kann jedoch auch ohne Probleme einen Bourkesittich mit einem Wellensittich halten, was die Tiere gleichzeitig an der Fortpflanzung hindert. Denn eine Kreuzung der beiden Vogelarten gibt es de facto nicht. Bourkesittiche sind hauptsächlich abends und frühmorgens aktiv, weshalb sie sich perfekt für Berufstätige eignen. Die Vögel dösen also tagsüber ruhig vor sich hin, damit sie dann abends, wenn der Besitzer nach Hause kommt, wieder fit sind.
Wie man sieht, bieten Bourkesittiche viele Vorteile und es ist mir ein Rätsel, wieso es in Deutschland bis jetzt eine solch geringe Anzahl an Exemplaren und Züchtern gibt, weshalb man oft bis zu 100€ für einen Bourkesittich ausgeben muss. Vielleicht hat ja auch der eine oder andere beim Lesen des Artikels Lust bekommen, Bourkesittiche zu züchten: Rentabel wäre es bei den hohen Preisen allemal und würde unter Umständen auch das allgemeine Interesse in der Nachbarschaft erheblich steigern. [...mehr]
Nicht zuletzt sein munterer und schöner Gesang hat dem Kanarienvogel einen besonderen Platz in den Herzen der Vogelliebhaber erobert. Doch nicht jeder Kanarienvogel hat das gleiche Talent zum Singstar und fast jede Züchtung hat ihren eigenen, für den Kenner unverwechselbaren Gesang.
Generell lernen Kanarienvögel ihr ganzes Leben hindurch neue Klangelemente, besondere Lernphasen sind aber die Zeit vom 30.- 40. Lebenstag bis etwa zwei Wochen vor Beginn der Jugendmauser sowie vom 70.- 90. Lebenstag bis zum 150. Lebenstag. Eine dritte Lernphase beginnt nach der Jugendmauser und dauert etwa bis zum 250. Lebenstag an. Möchte man einen Kanarienvogel zur gesanglichen Elite ausbilden, sollte man bereits viele Jahre Erfahrung mit Kanarienvögeln haben.
In diesem Wissen werden die Kanarienvögel im Alter von etwa 6 Monaten in die sogenannte Singschule gebracht. Dort verbringen die Vögel einige Wochen alleine in einem kleinen Käfig (“Gesangsbauer”), mit ihren Artgenossen lediglich auf akkustischem Wege verbunden. Während dieser Zeit dient den jungen Kanarienvögeln ein guter Vörsänger, in Belgien auch Professor genannt, als Vorbild. Gut dossiert lernen die Schüler täglich in kleinen Häppchen neue Strophen. Auch nach Abschluss der Singschule können die Kanarienvögel ihr ganzes Leben hindurch neue Strophen erlernen.
Somit sind im Laufe der Jahrhunderte bereits unzählige verschiedene Züchtungen entstanden. Der sogenannte Harzer Roller beispielsweise entstand im 19. Jahrhundert im Harz, wird aber heutzutage auch an vielen anderen Orten gezüchtet. Wie der Name erahnen lässt, erlangte der Harzer Roller vor allem durch seinen rollenden Gesang große Berühmtheit, wie man im Video eindrücklich erkennen kann. Andere Züchtungen sind zum Beispiel der Belgische Wasserschläger, dessen Gesang eher “schlagend” ist, sowie der Spanische Timbrado, dessen Gesang an Glockenklingeln erinnert. Eine besondere Züchtung ist der American Singer aus den USA, welcher mit dem Ziel gezüchtet wurde, die Vorzüge aller Rassen ineinander zu kombinieren.
Die Erforschung und Schulung des Kanariengesanges ist, wie man sieht und hört, eine Disziplin für sich, der man sein ganzes Leben widmen könnte. Aber auch für den Hobbyzüchter ist es oft von Vorteil, die verschiedenen Rassen mit ihren Vorzügen und Nachteilen zu kennen und sich somit seinen persönlichen Lieblingsgesang suchen zu können.
Nein, dieses Mal ist nicht die Rede von Papageien, sondern von deren kleineren Geschwistern, den Wellensittichen. Auch diese können das Sprechen erlernen.
Wellensittiche sind gesellige Tiere. Sie wollen sich mitteilen und vor allem auch dazu gehören. Sobald der Gesprächspegel ansteigt, werden häufig auch die Wellensittiche lauter. Sie wollen schließlich auch gehört werden.
Doch wie lernen diese Vögel nun das Sprechen?
Das Sprechen ist ein angeborenes Talent und bei manchen stärker ausgeprägt als bei anderen. Durch viel Zuwendung und Geduld kann man die Wellensittiche zum Sprechen anregen und sie dazu bringen Worte oder auch andere Laute nachzuahmen. Dazu braucht der Wellensittich einen ungestörten Platz und viel Ruhe zum üben. Er muss die Worte viele Hundertmal hören, eher er sie richtig verinnerlicht hat, um sie schließlich selbst auszusprechen. Am einfachsten ist es wohl, wenn man mit wenigen Worten beginnt und diese so lange trainiert, bis der Wellensittich diese Worte selbstständig wiederholt. Erst dann sollte man zu den nächsten Worten übergehen.
So genannte „Sprechperlen“, die im Zoofachhandel erhältlich sind schmecken zwar vielen Vögeln, bringen diese Tiere aber nicht zum Sprechen.
Wellensittiche sind sehr intelligente und gelehrige Tiere, die mit viel Zuwendung ihre Talente entwickeln können, um tatsächlich menschliche Laute nachzuahmen und nicht nur das Quieken von Meerschweinchen. Doch dazu benötigt das Wellensittichherrchen oder Frauchen viel Zeit und vor allem Geduld. Auf jeden Fall wird sich die Bindung von Mensch und Sittich vertiefen.
[...mehr]



